Heiße Tage in Cochem/Mosel: Die „Donnerstagsfrauen“ auf Sommertour

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause sollte es in diesem Jahr endlich wieder eine Sommertour der Donnerstagsfrauen geben. Im Vorfeld mussten so schwierige Fragen wie „mit Männern – ohne Männer“, Würzburg, Karlsruhe, Freiburg, Maastricht, Lüneburg oder Fulda und vor allen Dingen der Termin geklärt werden.

Eine vierstündige Zugfahrt in eine Richtung schien in keiner Relation zu stehen zu einem zweieinhalbtägigen Aufenthalt vor Ort. Damit schieden die süddeutschen Großstädte schon einmal aus. Verschiedene Interessen sollten berücksichtigt werden: Radeln, Wandern, ein paar Geschäfte und natürlich eine Auswahl an Restaurants und Cafés. Cochem an der Mosel erfüllte alle diese Kriterien. So konnte die Suche nach einem geeigneten Hotel beginnen: Nicht zu weit entfernt vom Zentrum, möglichst ruhig, genügend Einzelzimmer, etc. und das zu einer begehrten Reisezeit. Das Hotel am Hafen, auf der ruhigeren Seite der Mosel gelegen, erfüllte viele Kriterien und vor allen Dingen hatte es noch freie Zimmer für 14 Teilnehmer!

Der Wunsch nach einer Weinwanderung mit anschließender Vesper im Weinberg und Weinprobe wurde auch berücksichtigt. Eine entsprechende Veranstaltung wurde im Vorfeld gebucht. Der Termin im Juli rückte näher. Ausgerechnet für den 19. Juli, dem Anreisetag und dem Tag der Wanderung durch die Weinberge, waren die höchsten Temperaturen angekündigt. Zum Glück rief der Winzer ein paar Tage vorher an und teilte mit, dass eine Wanderung durch die Weinberge nicht zu verantworten sei. Stattdessen schlug er eine abendliche Weinprobe auf seinem Weingut vor. Das war eine sehr gute Alternative.

Mit mehreren Pkw machten wir uns auf nach Cochem. Da die Zimmer im Hotel noch nicht zur Verfügung standen, ging es über die Moselbrücke erst einmal in die Altstadt zu einer ersten Erkundungstour. Natürlich sollte dabei auch ein kleiner Mittagssnack eingenommen werden. Schnell trennte sich die „Kuchenfraktion“ von der „Herzhaftfraktion“, so dass alle auf ihre Kosten kamen. Anschließend wurden die Zimmer im Hotel am Hafen bezogen.

Danach sollte aufgrund der schier unerträglichen Hitze die Besichtigung der historischen Senfmühle erfolgen. Die Räume waren klimatisiert und boten eine kurze Abkühlung. Nach der Vorführung der Senfherstellung konnten verschiedene Senfsorten gekostet und gekauft werden. Die Besichtigung des Edelsteinmuseums wurde zugunsten eines Eisdielenbesuches gestrichen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es entweder zu Fuß entlang der Moselpromenade oder per Taxi zum Weingut. Dort war es in der Straußenwirtschaft zunächst angenehm kühl, das sollte aber bei 14 Personen, die eng beinander saßen, zunächst eine Vesper bekamen und anschließend sechs verschiedene Weine probieren konnten, nicht lange so bleiben. Jede Weinverkostung begleitete der junge Winzer mit einem munteren Trinkspruch, so kam auch die Unterhaltungskomponente nicht zu kurz. Mit der Stimmung stieg auch die Raumtemperatur. Hinterher waren alle froh, als sie zu Fuß den Rückweg zum Hotel antreten konnten und dabei noch den herrlichen Anblick der beleuchteten Cochemer Reichsburg genießen durften.

Am nächsten Tag stand eine Schifffahrt nach Beilstein auf dem Programm. Die Schattenplätze waren dabei sehr begehrt. Vom Ufer aus winkten uns an einer Stelle unsere Radler, Maria-Luise und Horst, zu, die uns am Anleger schon erwarteten. In Beilstein wagten wir trotz der Hitze den Aufstieg zur Burgruine Metternich. Dort wurden wir mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Mit dem Schiff beziehungsweise Rad ging es zurück nach Cochem.

Dort konnten alle etwas Zeit so verbringen, wie sie es gerne mochten. Das Restaurant unseres Hotels hatte ausgerechnet an diesem Tag geschlossen, so dass wir zum Abendessen ein anderes Restaurant wählen mussten. Dank unserer findigen „Tripadvisor-Sucher“ Karin und Uli fanden wir bei „Onkel Willi“ noch einen Platz für 14 Personen, allerdings schon zu einer sehr frühen Zeit. Gerne hätten wir den restlichen Abend auf der Terrasse unseres Hotels verbracht. Das wurde uns aber leider nicht gestattet.

Da Christa anlässlich ihres Geburtstages noch Sekt ausgeben wollte, beschlossen wir, noch ein paar Flaschen Wein zu besorgen und uns auf einem unserer Balkons zu treffen. Dabei erwies sich der nahezu quadratische Balkon, der zu Johannas Zimmer gehörte, als ideal, weil es keinen direkten Nachbarbalkon gab. Alle kamen mit Stühlen und Gläsern auf Johannas Balkon. Dort hatten tatsächlich 14 Stühle Platz, und wir verbrachten einen sehr lustigen Abend in gemütlicher Runde. Die Geburtstagskinder wurden mit Ständchen bedacht und um 22:00 Uhr wurde es mit Rücksicht auf die Gäste im Nachbarhaus deutlich ruhiger. Die Runde löste sich langsam auf.

Der letzte Tag unserer Tour ließ uns morgens bei deutlich geringeren Temperaturen erst einmal durchatmen. Nach dem Frühstück erfolgte der „Aufstieg“ zur Reichsburg. Entgegen unserer Befürchtungen konnten wir an einer interessanten und kurzweiligen Führung durch die Burg teilnehmen und einen herrlichen Blick auf Cochem genießen. Danach ging es noch einmal in ein Café an der Moselpromenade. Anschließend traten die ersten Autos die Heimreise an. Manche Teilnehmer fuhren noch mit der Sesselbahn zum Pinnerkreuz.

Das größte Geschenk für die Organisatorin war, dass alle die Hitze in Cochem gut überstanden haben und wieder heil in Solingen ankamen. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle noch einmal an alle Fotografen, die uns mit schönen Bildern versorgt haben.
Vera Springer